Der Kampf um die Beziehung

Ich gebe den Kampf auf.
Ein Kampf den ich nun schon zu lange gekämpft habe und letzten Tage stärker den je.

Ein Kampf der sich schleichend über die letzten Monate immer mehr verstärkt hat. Der Kampf um die Beziehung. Alles erdenkliche für diese Beziehung zu machen. Ein Kampf, der mich einfach immer mehr aufgefressen hat. Es raubte mir immer wieder den Schlaf und meine Lebensenergie, mein Fokus. Dieser Kampf hat in mir gewütete, unbewusst und nun wurde er sichtbar und ich kann ihn verlieren und gehen lassen.
Dieser Kampf hat mir die Verbindung zum Leben und mir selbst geraubt. Es hat in mir Schatten geöffnet, Dinge, die ich um keinen Preis sein wollte und mir eingestehen musste, dass ich sie bin. Ich wurde kontrollsüchtig, fühlte mich «nicht gut genug», wertlos, unsichtbar und ungeliebt. Ich kämpfte dagegen an, Tag für Tag. Ich wollte irgendwie daraus kommen, aber wusste nicht wie, weil ich nicht erkannt habe, was für ein Kampf ich wirklich in mir führe. Ich konnte mich selbst nicht wiedererkennen und verstand nicht, was in mir tobt. Aber eines blieb, ich wollte nicht aufgeben und weiterkämpfen.

Nun kann ich aufgeben, den Kampf verlieren und mich meinen wirklichen Ängsten darunter öffnen. Der Angst nicht gebraucht zu werden, nicht gesehen zu werden, die Angst vor dem Unbekannten und dem Kontrollverlust. Aber vor allem die Angst die Verbindung zu verlieren. Eine unglaubliche Verlustangst, die sich durch die Trennung vor etwas mehr als einem Jahr immer mehr verstärkt hat. Sie kommt durch die Situation, dass das Leben einfach unberechenbar ist. Das Leben hat mich erneut in die Knie gezwungen und mich in eine Situation gebracht, die ich nie hätte erdenken können. Das ich meinen vorherigen Partner je verlassen würden. Das Leben hat mich hintergangen und mir damit mein Vertrauen ins Leben für einen Moment genommen. Ich versuchte aus der schmerzhaften Lage hinaus mich an alles Mögliche zu klammern. Die Kontrolle, um jeden Preis zu behalten und die Zügel vermeintlich in den eigenen Händen zu halten, um nicht nochmals ein eine solche verschissene Lage zu kommen. Ich hatte unglaubliche Angst vor dem Unbekannten und was das Leben mir noch bringen könnte. Nun erkenne ich diesen Kampf um die Beziehung, das alles um jeden Preis zu halten, diese Sucht nach Kontrolle und die Angst all das erneut zu verlieren.
Es kommt mir vor, als hätte ich all das knapp überlebt, aber dieser Schock noch tief in meinen Knochen sitzt. Die Angst erneut am Leben, an einer Situation zu zerbrechen. Also zerstörte und hielt ich mich selbst klein. Nun zeigten sich heute neue, aber altbekannte Schatten, die mir zeigen, dass es bergauf geht. Schatten, die vor der Trennung meine Potentiale waren, wie verrückt das alles ist. Genau diese Facetten von mir habe ich gesucht und mir wieder gewünscht. Gestern sagte ich zu meinem Schatz, ich erkenne mich nicht wieder, ich will die selbstbewusste, unbeschwerte und mit Selbstliebe gestärkte Sonja Isabelle zurück. Sie waren immer da, aber egoistisch, Freiheit, abnormal und unkontrolliert wurden durch all das unterdrück und zu meinen Schatten. Nun kann ich sie wieder herausholen aus dem Keller und Schritt für Schritt zurückerobern. Nun habe ich endlich die Möglichkeit wirklich an den richtigen Stellen ansetzten zu können.  

Mein Schatz musste einiges durchhalten und hat vieles davon abbekommen, was meine eigenen Baustellen und tiefe Wunden waren. Viele meiner Schatten habe ich ihm zugeschrieben, aber schlussendlich konnte ich sie dank ihm dadurch erkennen. Nun habe ich das Gefühl, dass die lang ersehnte Ruhe in meinem Innern wieder einziehen darf. Es war ein harter Brocken. Ich darf mir nun auch eingestehen, während ich diese Zeilen schreibe, dass ich mir zu wenig Zeit für mich und vor allem auch für den Verlust, die Trennung genommen habe. Auch diese unglaubliche Wut, die ich schon seit Wochen in mir fühlte, kann ich nun einordnen. Es hat mich klein gehalten, all der Selbsthass und die Zerstörung. Aber es war auch eine unglaubliche Wut aufs Leben und das ausgeliefert sein in dieser Situation. Dadurch kam es gar nicht in Frage wieder vertrauen zu können. Was wenn es erneut passiert. Werde ich das überleben. All das schlummerte völlig unbewusst in mir und ich kämpfte mit allen Mittel der Kontrolle dagegen an. Nicht nur die Kontrolle in der Beziehung, auch über mich selbst und vor allem meinen Körper. Mein Körper widerspiegelte mir unbewusst immer wieder den Schatten von Kontrollverlust. Dazu kommt, dass ich an meinem Buch schreibe, an meiner Geschichte, meine Biografie, die all die alten Wunden erneut öffnete und mir vor Augen führte.

Ich bin davon überzeugt, dass ich meinem Körper und auch mir selbst jetzt wieder mit anderem Blick begegnen darf.  Ich werde euch über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden halten. Ein grosser Schritt auf diesem Heilungsweg ist erneut getan, ich kann es fühlen. Das Coaching, an dem ich selbst teilnehme, «LifeForce» war definitiv der Türöffner für all das, was in mir unbewusst lag. Dieses Coaching hat mich schon mal unglaublich in meine Lebensenergie zurückgebracht und nun fühle ich es erneut. Es legt den Weg frei, es räumt die Steine und Blockaden, die den Weg noch versperrt haben, weg. Ich bin bereit mit meiner LifeForce erneut eine Bühne zu erschaffen, eine die mir vielleicht noch gar nicht bewusst ist und nur auf mich wartet. Ebenfalls will ich wieder Workshops und mehr Coachings anbieten. Ich fühle, nun bin ich wieder bereit richtig durchzustarten und meine Energie, die ich nun aus diesem verloren Kampf ziehen kann dafür zu nutzen.

Beitragsbild von kas.portrait

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Isabelle Bella