Was ist eigentlich „Liebe“?

Was bedeutet „Liebe“ für mich?
Liebe ist so ein grosses Wort und alle sehnen sich doch schlussendlich nach hier. Jeder möchte doch einfach angenommen werden hier auf der Welt.
Durch verschiedene Posts auf Facebook habe ich erkannt, dass Liebe auch sehr unterschiedlich gelebt und definitiv wird.
Für mich ist Liebe ein Gefühl und ich bin davon weggekommen Liebe mit Erwartungen zu verknüpfen, denn das hat für mich nichts mit wahrer und bedingungsloser Liebe zu tun.

Ich habe vor einiger Zeit einen Facebook-Post einer jungen Frau gesehen, in welchem sie schrieb, dass die Menschen nicht mehr wüssten, was Liebe heisst. Da hab ich sie gefragt, was es denn für sie bedeutet. Dabei war ich echt erstaunt über die vielen Erwartungen, die diese Frau dann dazu aufgeschrieben hat. Obwohl es so alltägliche Erwartungen sind und mir diese erst durch meine Frage an sie bewusst geworden sind. Es sind Erwartungen, die in unserer Gesellschaft schon als ganz normal gelten, wie z.B. Treue und zum Partner stehen auch in schwierigen Zeiten.

Da hab ich erkannt, dass für mich Liebe nicht abhängig ist vom Charakterzug des anderen Menschen. Liebe ist für mich ein Gefühl, welches sich nach Geborgenheit und Wärme anfühlt – ich fühle mich angenommen. Wenn ich liebe, dann wertschätze und bewundere ich die Einzigartigkeit des anderen, dabei ist meine Liebe nicht abhängig davon, wie sich mein Gegenüber verhält.
Denn wenn wir Erwartungen aufbauen, dann akzeptieren und lieben wir die andere Person nicht wirklich so wie sie ist. Die Liebe wäre dann an eine Handlung oder an ein bestimmtes Verhalten des anderen geknüpft. Und wenn diese nicht erfolgen, was dann? Dann lieben wir ihn nicht mehr? So kann das das meiner Meinung nach nicht funktionieren.

Gerade durch meine Liebesbeziehung hab ich erfahren dürfen, dass man eine andere Person nicht besitzen kann, dass man Liebe nicht erklären kann, weil die Liebe der Grund ist! Sie ist für mich eine tiefe Verbundenheit zu einer anderen Person, die man nicht erklären kann, sie ist einfach da oder nicht. Und dieses Gefühl hat mir so die Augen geöffnet. Ich habe gelernt auch dort einfach zu vertrauen und zu wissen, dass es genau richtig ist, so wie es ist. Denn tief im Herzen stellt man die Liebe nicht in Frage, dass ist der Kopf. Weil im Inneren weiss man einfach, dass es richtig ist und die Liebe keinen Grund braucht. Liebe kämpft nicht, sie fragt und erwartet nicht. Liebe ist.

Das spannende dabei ist ja, wenn wir frisch verliebt sind oder uns gerade in eine Person verlieben, dann sind wir oft noch ohne Erwartungen. Wir sind in Liebe, unabhängig davon ob der Partner verfügbar ist, welches Aussehen er hat, wieviel er verdient und wie alt er ist. Du liebst ihn in diesem Moment und bist mit dem Herzen unterwegs.
Aber irgendwann kommt der Kopf und fängt an zu hinterfragen, uns mit unseren aufgebauten Glaubenssätzen und gesellschaftlichen Bildern zu konfrontieren. Bei vielen kommt dann irgendwann der Punkt, wo sie nicht mehr fühlen, sondern beginnen zu denken. Wir hinterfragen oder versuchen den Partner in ein gesellschaftliches Bild zu rücken oder ihn an unsere Glaubenssätze anzupassen.

Was ich schlussendlich damit sagen möchte ist, dass wir viel mehr BEDINGUNGSLOS lieben sollten und weniger erwarten. Egal ob in der Partnerschaft, in der Familie oder unter Freunden.

Achte dich mal. Wenn du jemandem deine Liebe zeigst, tust du dass bedingungslos? Ohne das du eine Erwartung hast, was der andere tut? Das du es einfach aus deinem Herzen heraus machst, weil Du es möchtest und nicht weil du erwartest, dass der andere dasselbe tut.

Wenn du beginnst dein Leben mit mehr Bedingungslosigkeit zu füllen, dann wirst du erkennen, dass auch die Menschen darin sich verändern werden. Sie können wachsen und gedeihen. Wie eine Blume die beginnt zu blühen und zu erstrahlen.

Beitragsfoto von Michael Antonazzo